KALEB Dresden | Streiflichter Mai 2010

In das Jahr 2010 sind wir mit gemischten Gefühlen gegangen. Vielleicht haben Sie in der Presse der ersten Monate des Jahres 2010 die drohenden Kürzungen im Bereich der Kinder– und Jugendhilfe verfolgt. Auch wir haben im März unseren Unmut über die drohenden Kürzungen bei einer Demonstration vor dem Landtag gemeinsam mit Tausenden Teilnehmern zum Ausdruck gebracht. Kürzungen in der Kinder– und Jugendhilfe bedrohen die sächsische Jugendhilfelandschaft in ihren Grundfesten. Viele Einrichtungen und Angebote sind in ihrer Existenz gefährdet.

Auch für uns begann das Jahr mit der Ungewissheit, wie hoch die Kürzungen der Förderung für uns als Kaleb Dresden e.V. ausfallen würden, auf welcher Basis wir 2010 unsere Arbeit fortsetzen können. Mitte April erhielten wir nun unseren vorläufigen Förderbescheid mit einer 5%igen Kürzung. Angesichts wesentlich höherer Kürzungen anderer Einrichtungen (die Kürzung erfolgte stadtteilbezogen), müssen wir wohl froh sein, dass es nur 5% sind. Da die bisherige Förderung jedoch ohnehin nur ca. 50% unserer Gesamtkosten betrug, bedeutet auch diese Kürzung für uns einen schmerzlichen Einschnitt. Im Interesse unserer Besucher und vor allem vieler Hilfe suchender Frauen und Familien sind wir auf der Suche nach kreativen Lösungen, die es uns ermöglichen, unsere Angebote weiterhin ungekürzt anzubieten.

 In diesem Zusammenhang haben wir bereits vor einigen Jahren die Aktion 500x5 gestartet. Wir suchen 500 Familien, die bereit sind, monatlich 5,- € oder mehr zu spenden. Viele von Ihnen beteiligen sich schon lange an dieser Aktion und gehören zu unserem festen Spenderstamm, wofür wir Ihnen ausdrücklich danken möchten. Vielleicht können auch Sie Freunde und Bekannte ansprechen und einladen, Förderer vom KALEB-Zentrum zu werden. Weitere Informationen schicken wir Ihnen bei Bedarf gern zu.                                                    Anja Arlt

Trifft sich! : Unser neuer Vorstand
Ein Schiff braucht eine Mannschaft – ein Verein braucht einen Vorstand, der verantwortlich durch alle eventuellen Stürme führt. Zu unserer Mitgliederversammlung am 14. April 2010 wählten wir unseren Vorstand neu. Diese Verantwortung gilt immer nur für zwei Jahre, aber die sind nach Erfahrung im Nu herum. Mit einem weinenden Auge verabschiedeten wir Elke Noack nach zehn Jahren Vorstandsarbeit und vermissen schon jetzt ihren Durchblick, ihre gerade Art und ihre perfekten Protokolle. Aber sie hat uns versprochen, auch weiterhin einsetzbar zu sein und daran halten wir uns gern fest.

Neu in den Vorstand wurde Dorothea Hühne gewählt. Sie leitet seit vielen Jahren unsere Stillgruppe und ist dadurch ganz nah an der Basis. Der Ehemann und ihre drei Kinder tragen ihre Entscheidung für das ehrenamtliche Engagement mit.

Damit möchten wir uns einmal ganz offiziell bei den Ehepartnern und Kindern unserer ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen bedanken. Wir erwarten immer viel und freuen uns, wenn die Familien mitziehen.

Und hier nun die weiteren Vorstandsmitglieder: Christiane Hoßfeld, Dr. Gesine Kabuß, Claudia Richter,  Dr. Thomas Hanke und Margret Mehner
                                                                                                     Margret Mehner

Kommt an! : Judith Seisum
Manchmal fügt sich im Leben alles zusammen! Bereits im Jahr 2006 habe ich im KALEB-Zentrum gearbeitet. Damals vertrat ich für ein Jahr Anja Arlt als Leiterin, als sie sich um ihr „neuestes“ Kind kümmern wollte. Als sie wiederkam, hatte auch ich die wunderschöne Aufgabe, mich um mein „neuestes“ Kind kümmern zu dürfen. Ähnlich perfekt fügt sich für mich auch jetzt wieder alles zusammen! Ich hatte gerade begonnen, mich neu auf dem Stellenmarkt umzusehen, als Anja Arlt mir sagte, dass für mich ein schönes Projekt im KALEB-Zentrum möglich sei.

Ich habe hier in Dresden Erziehungswissenschaften studiert und danach in verschiedenen Stellen gearbeitet, beispielsweise in der JVA Cottbus, an einem Forschungsprojekt an der Universität Dresden und eben als Leiterin im KALEB-Zentrum. U. a. habe ich hier die Eltern-Kind-Gruppe für Minderjährige aufgebaut und seitdem, z. T. auch ehrenamtlich und mit meiner kleinen Tochter als Co-Leiterin, betreut. Seit 2009 leite ich im KALEB-Zentrum PEKiP-Gruppen. Ich habe selbst einen ganz wunderbaren achtjährigen Sohn und eine pfiffige dreijährige Tochter. Meine konkreten Aufgaben im KALEB-Zentrum sind die Arbeit mit minderjährigen Schwangeren und Müttern, die Leitung einer Gruppe für Eltern mit dem ersten Kind (Fit für Familie) und drei PEKiP-Gruppen.          Judith Seisum

Läuft los! : Geburtsvorbereitungskurs für minderjährige Schwangere
Seit Februar 2006 gibt es hier im KALEB-Zentrum eine offene Eltern-Kind-Gruppe für minderjährige Eltern. Seitdem geistert die Idee eines Geburtsvorbereitungskurses durch unsere Köpfe. Fast alle jungen Mütter aus unserer Gruppe haben ihre Kinder ohne Geburtsvorbereitungskurs bekommen. Das geht natürlich auch! Für Jugendliche besonders unter 18 Jahren ist es schwer, sich tatsächlich vorzustellen, wie gravierend sich das Leben ändert, wenn das erste Kind geboren wird. Besonders wenn gleichaltrige Freundinnen und Freunde zwischen Schule, Disko und Handy rotieren. Und so wird der Geburtsvorbereitungskurs als wenig wichtig eingestuft. Wir haben mit einem offenen Kurs experimentiert und jetzt eine Lösung gefunden, mit der wir nun eine kleine Gruppe für einen Geburtsvorbereitungskurs aufgebaut haben. Gemeinsam mit einer Hebamme wurde die Geburt erklärt und besprochen und gemeinsam ge- und veratmet.  Die ersten Stunden nach der Geburt, Babypflege, Stillen und Tragen werden in den nächsten Treffen thematisiert. Der erste Geburtsvorbereitungskurs für minderjährige Schwangere ist Ende April gestartet, hoffen wir auf weitere!                                                    Judith Seisum

                                                                                                                                                               
Geht voran! : Das Hausbesuchsprojekt…
…wird sehr gut angenommen, von den Müttern als auch von unseren Netzwerkpartnern. Wir sind ganz dankbar, dass wir bei dieser Arbeit selbst gut im „Unterstützungsfluss“ stehen:

·       Unsere Praktikantin Christina Schindler macht einiges möglich, was wir sonst absagen müssten (z. B. Kinderbetreuung), was wesentlich länger dauern würde (z. B. Statistik, große Postaktion) oder wo ein gemeinsames Kommen die Hausbesuche leichter und reicher macht.

·       Die Software AG hat uns zu Weihnachten ihre Förderzusage geschenkt, zusätzlich zum breiten Sockel der Förderung durch die AKTION Mensch. Wie erleichtert uns das angesichts der drastischen Kürzungen im Kinder- und Jugendhilfebereich in Sachsen!

·       Eine anonyme Befragung der Mütter zum Ende der Hausbesuche gibt uns sehr bestärkende Rückmeldungen. Zudem können wir damit den Bedarf von Müttern viel unabhängiger und deutlicher einfordern.

Wunderbar ist solch ein leichter Fluss bei einer Arbeit, wo es kaum Routine gibt. Ganz unterschiedlich sind die Familien und die überfordernden Situationen, in die wir gerufen werden. Und wir staunen oft, welche entlastenden und not - wendenden Wege möglich sind. So offen wir das den Frauen gegenüber lassen, so wichtig war es uns, dass Kooperationspartner klarer unsere Grenzen und Schwerpunkte fassen können. Eine Kurzbeschreibung des Projektes ging an Hebammen, Kinderärzte und Gynäkologen, an Ämter sowie an helfende und beratende Einrichtungen in Dresden. Mit vielen von ihnen sind wir in den letzten Monaten bereits persönlich in Gespräch und  Zusammenarbeit gekommen.                                                                                        Antara Beyer

Startet wieder!: Mamas Ferienspiele
Auch in diesem Jahr laden wir Mütter mit Kleinkindern wieder zu „Mamas Ferienspielen“ ein. Neben einem täglichen gemeinsamen Frühstück bieten wir verschiedene Kreativangebote für die Mütter. Gemeinsam mit den Kindern möchten wir singen und spielen.

5.– 8. u. 12. – 15. Juli 2010  täglich von 9.00 – 12.00 Uhr
Kosten für den Gesamtzeitraum:           38 € / erm. 26 €
                      für Mo-Do einer Woche:   20 € / erm. 14 €
                        für einzelne Tage:            6 € /  erm.  4 €
Anmeldung erforderlich!

Kommt wieder! :  Einladung zu unserem Sommerfest
Am 9. Juni laden wir von 15.00 – 18.00 Uhr wieder zu unserem traditionellen Sommer– und Hoffest ein. Um 16.00 Uhr freuen wir uns mit den Kindern auf das Kaspertheater „Hähnchen Schreihals“ mit Karla Wintermann. Über kulinarische  Beiträge für unser Buffet würden wir uns an diesem Tag sehr freuen.                                                                                                   Anja Arlt

KESS erziehen – kooperativ – ermutigend – sozial – situationsorientiert
Als ich den Titel des vom KALEB-Zentrum angebotenen Kurses las, wurde ich neugierig. Ich stellte mir darunter eine Art Elternschule vor und suchte schon seit einiger Zeit Hilfe bei der Erziehung meiner beiden Kinder, damals 3 und 4 Jahre alt. Bald fand ich mich in einer Gruppe von acht interessierten Müttern und zwei Mitarbeiterinnen wieder, die ihren ersten KESS-Kurs leiteten. Wir verbrachten gemeinsam sechs Kursabende, in denen es beispielsweise um soziale Grundbedürfnisse, Edelsteinmomente und Kreisläufe der Entmutigung ging. Wer trockenen Lernstoff erwartet hatte, sollte bald erkennen, dass alles sehr  praxisnah und stark an selbst erlebten Beispielen orientiert ist. Die Inhalte konnten deshalb besonders gut verinnerlicht werden, weil man in Rollenspielen bestimmte Situationen besser erfahren konnte oder Erfahrungen mit den eigenen Kindern wiedergeben konnte. Der Austausch zwischen den Kursteilnehmerinnen war sehr intensiv, sodass am Ende alle der Meinung waren, dass wir gern noch weiter gemacht hätten. Mir hat der Kurs für viele Alltagssituationen die Augen geöffnet und Verständnis für das Verhalten der Kinder geweckt. Mit dem im KESS-Kurs gelernten kann ich kritische Erziehungssituationen leichter
entschärfen und habe mehr Gelassenheit im Alltag. Gern empfehle ich diese Art „Elternschule“ weiter. Nächster Kurs: September 2010            Gesine Kabuß

 

Ab gehts!: Marsch für das Leben
Das Datum für dieses Jahr steht schon fest: 18. September! Der Marsch im vorigen Jahr war so beeindruckend, dass wir gern wieder dabei sein wollen. Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie mitkommen möchten, dann bitten wir um ein kleines Signal, damit wir wieder einen Bus chartern können. Es gibt wenig Gelegenheiten, öffentlich ein Zeichen für das Lebensrecht ungeborener Kinder zu setzen, hier ist solch eine Gelegenheit.

 Mit lieben Grüßen – die Mitarbeiterinnen des KALEB - Zentrums